Regionalbischof Klaus Stiegler leitete den Gottesdienst gemeinsam mit Dekanin Christiane Murner und Pfarrer Alexander Proksch, dem geschäftsführenden Pfarrer der Landl-Pfarrei. Pfarrer Proksch blickte auf eine Kirche mit langer Geschichte und viel Leben in der Stadt Freystadt zurück – das historische Kirchlein wurde 1617 als Pestkirche errichtet und dem heiligen Sebastian geweiht.
Regionalbischof Stiegler erinnerte daran, dass Wandel seit Beginn zur evangelischen Kirche gehört: „Wir erinnern in der Reformation daran, dass wir eine Kirche im Wandel sind. Schon immer wollen oder müssen wir uns verändern." Den Kirchenvorständen wie auch dem Dekanatsausschuss zollte er ausdrücklich Respekt – die Entscheidung sei alles andere als einfach gewesen, und doch notwendig. Zugleich gab er eine Frage mit auf den Weg: Wie geht es für die evangelische Kirche in Freystadt weiter? Denn „Wir verabschieden uns von den Gebäuden, aber nicht von den Menschen – und es braucht Mut und Phantasie, um relevant für das Leben der Menschen zu sein.", so Stiegler.
Der Gottesdienst endete auf ungewöhnliche, aber eindrückliche Weise: Die sakralen Gegenstände der Kirche wurden von Gemeindegliedern, Pfarrpersonen und Gremienmitgliedern nach der Entwidmung würdevoll nach draußen getragen. Den Abschluss bildeten das gemeinsame Vaterunser und der Segen vor der Kirchentür – ein stiller, würdevoller Aufbruch.
Die Sebastianskirche gehörte seit Anfang der 1990er Jahre zur evangelischen Kirchengemeinde Sulzkirchen-Freystadt. Das Gebäude wurde an eine Freystädter Immobilienfirma verkauft und soll künftig als Ort für Kunst und Kultur dienen. Die evangelische Kirche bleibt präsent – in anderen Räumen, aber nah bei den Menschen.
